Immobilienmarkt in Deutschland
Ende des Immobiliensbooms immer wahrscheinlicher


Immobilienpreise in Deutschland

August 2022

Seit Anfang 2022 sind die Zinsen für den Immobilienkauf
nach langer Zeit wieder gestiegen. Mitte 2019 bis Ende 2021 konnten Käufer Baukredite mit zehnjähriger Zinsbindung oft schon für 1 Prozent erhalten. Aktuell liegen Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsbindung schon bei über 3 Prozent. Auch explodierende Baukosten und Lieferengpässe vergraulen Käufer und Bauherren. Die Folge: Die Nachfrage geht zurück, denn die Finanzierung wird dadurch erheblich teurer. Corona, die hohe Inflation und steigende Energiepreise lassen die Kauflaune noch zusätzlich sinken. Wohl auch aus diesem Grund sind Immoblienpreise eher im fallen. Auch Banken haben ihre Vergaberichtlinien bei Wohnungsbaukrediten erheblich verschärft. Für viele ist der Traum vom Eigenheim unerschwinglich geworden.

Die durchschnittlichen Finanzierungssummen sind in den vergangenen drei Monaten um zehn Prozent gesunken, denn immer weniger Immobilieninteressenten können es sich leisten, sehr hohe Finanzierungssummen aufzunehmen.

Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge sind die Immobilienpreise vielerorts um bis zu 30 % eingebrochen.

Über Jahre hinweg waren die Immobilienpreise kräftig angestiegen, doch nun scheint der Immobilienboom selbst in den Metropolen ein Ende gefunden zu haben.

Eine Auswertung der Angebotspreise von Eigentums-wohnungen und Häusern auf der Onlineplattform ImmoScout24 exclusiv für die Wirtschaftswoche lässt demnach darauf schließen, dass in mehr als der Hälfte der deutschen Großstädte ab 100.000 Einwohnern die Preise für Eigentumswohnungen von Januar bis Juli gesunken sind.

Bei Häusern sind die Preise in 36 Prozent der Großstädte gesunken - etwas weniger als bei Eigentumswohnungen.

Berichtet wird von längeren Verkaufszeiten von Immobilien und einer Verlagerung der Nachfrage in Richtung Mietmarkt. Auch hat sich wohl die Zahl der Angebote für Kaufimmobilien deutlich erhöht. Einer Analyse des Portals Immowelt zufolge sind die Anfragen für Immobilien zum Kauf deutschlandweit innerhalb eines Jahres um 17 Prozent gesunken. Zur gleichen Zeit hat sich die Anzahl der Anfragen auf Mietimmobilien um
34 Prozent erhöht.

Das Neugeschäft deutscher Banken mit Immobiliendarlehen an Privathaushalte und Selbstständige brach im September 2022 um 28 Prozent zum Vorjahresmonat ein. Das Angebot scheint inzwischen größer als die Nachfrage zu sein, was es seit 15 Jahren nicht mehr gab. So entsteht ein Käufermarkt, der Immobilienpreise fallen lässt. Für die Banken in Deutschland ist die Baufinanzierung ein sehr wichtiges Geschäft. Private Immobiliendarlehen bilden mit rund 40 Prozent den größten Anteil in ihrem Kreditbuch.

In den USA ist der Zinssatz für eine 30-jährige Hypothek schon auf mehr als fünf Prozent gestiegen - so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Zahl der Baubeginne ist dort auf ein Neun-Monats-Tief gefallen.

> Schwierige Lage am Wohnungsbau


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Linkverweise zu dem Thema:

> Alarmsignal vom Immobilienmarkt?
> Immobilienpreise sinken spürbar – Blick auf verschiedene Datenquellen
> Entwicklung und Prognosen von Mieten und Kaufpreisen in Deutschland
> Häuserpreise fallen um bis zu 30 Prozent


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