Auswanderungsmotive aus Deutschland
Hochqualifizierte Personen , die Arbeit im Ausland suchen


Motive, Deutschland zu verlassen

Update November 2026
Jahrzehntelang galt Polen als der arme Nachbar im Osten, doch dieses Klischee gehört der Vergangenheit an, denn die polnische Wirtschaft wächst anders als die deutsche in den letzten Jahren recht stark. Während die deutsche Wirtschaft im Jahr 2025 gerade mal um 0,2 Prozent wuchs, wuchs die Wirtschaft in Polen um
3,6 Prozent. Seit 1990 soll sich das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in Polen fast vervierfacht haben. Arbeitnehmer bis 26 Jahre zahlen in Polen keinen einzigen Cent Einkommensteuer - bis zu einer Grenze von rund 20.000 Euro im Jahr. Diese radikale Steuerbefreiung ist wohl ein Hauptgrund dafür, dass Polen heute eine der drei niedrigsten Arbeitslosenquoten in der gesamten Europäischen Union vorweist. Im Jahr 2024 kehrten knapp 91.000 Menschen Deutschland den Rücken, um nach Polen zu ziehen. Nach Deutschland wanderten nur 82.000 Menschen aus Polen. So hat Deutschland in nur einem Jahr unterm Strich 9.000 Menschen an Polen verloren.

Bei den deutschen Staatsbürgern allein ist der Saldo negativ, d.h. es wandern kontinuierlich mehr Deutsche aus als zurückkehren. Im Jahr 2025 betrug das Minus bei deutschen Staatsbürgern rund 97.000 Personen. Für das Jahr 2025 verzeichnete das Statistische Bundesamt mit 288.579 fortgezogenen Personen einen neuen Höchststand bei der Auswanderung deutscher Staatsbürger. Im selben Zeitraum kehrten etwa 191.890 Deutsche zurück, was unter dem Strich ein Netto-Verlust von knapp 97.000 deutschen Staatsangehörigen entspricht. Die Schweize ist dabei ein absolutes Top-Zie gerade für junge, hochqualifizierte Arbeitskräfte. Auch Österreich ist wegen der fehlenden Sprachbarriere ein beliebtes Auswanderungsland bei Deutschen. Spanien ist besonders beliebt bei deutschen Rentnern. Die USA ist nach wie vor das beliebteste Fernziel, allerdings mit leicht rückläufigen Tendenzen. auch Frankreich ist bei Auswanderern wegen der geographischen Nähe zu Deutschland beliebt.

Was sind die Gründe warum Deutsche ihr Heimatland verlassen?

Für Länder wie Spanien oder Portugal stehen das wärmere Wetter, eine höhere Lebensqualität im Alltag sowie der Wunsch nach Entschleunigung im Vordergrund. Das milde Klima und der Lifestyle dort sind Pull-Faktoren für viele Deutsche.

Ein erheblicher Teil der Auswanderungen ist bedingt durch binationale Partnerschaften oder den Umzug zu Verwandten ins Ausland. Häufig klagen Auswanderer aus Deutschland über die zunehmende Regulierungsdichte, die langsame Digitalisierung und auch über bürokratische Hürden im eigenen Land.
Die Schweiz beispielsweise lockt mit deutlich höheren Durchschnittsgehältern bei einer gleichzeitig wesentlich geringeren Steuer- und Abgabenlast als in Deutschland. Insbesondere junge Akademiker und Fachkräfte besonders in den Sektoren IT, Finanzen, Wissenschaft und Medizin nutzen Auslandsentsendungen oder internationale Jobangebote für ihren beruflichen Aufstieg. Laut Daten des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) besitzen rund 75 % der deutschen Auswanderer einen Hochschulabschluss (Master, Diplom, Promotion). Deutschland verliert im Saldo jährlich rund 60.000 bis 70.000 hochausgebildete Akademiker
(75 % des Nettoverlusts von knapp 97.000 Deutschen) an das Ausland (vor allem an die Schweiz, Österreich und die USA). Gleichzeitig verzeichnet Deutschland einen kontinuierlich hohen Netto-Zustrom an Menschen ohne formale Ausbildung. Zwar haben viele Geflüchtete im Heimatland Schulen oder Universitäten besucht, jedoch verfügen etwa 65 bis 70 % über keinen in Deutschland direkt verwertbaren oder formalen Berufsabschluss. Daher gelten diese im deutschen Arbeitsmarkt zunächst als "ungelernt", selbst wenn praktische Vorkenntnisse vorhanden sind. Die Flucht- und Asylmigration (ca. 30–40 % der Zuwanderer) bringt rein statistisch den größten Anteil formal Unqualifizierter.



Update Januar 2026
Hunderttausende Deutsche leben inzwischen im europäischen Ausland. Laut Zahlen der dpa lebten 2024 ungefähr 1,2 Millionen Deutsche in anderen europäischen Ländern. Besonders viele zieht
es dabei in die Schweiz. Dort haben mittlerweile mehr als 300.000 Deutsche ihren Wohnsitz. Grund für einen Umzug in die Schweiz
sind für viele die höheren Löhne, gute Karrierechancen und gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Auch Österreich ist bei Deutschen besonders beliebt. Anfang 2024 lebten dort rund 230.000 deutsche Staatsbürger. Dies entspricht einem Plus von
über 40 Prozent innerhalb von nur 10 Jahren.

In Spanien, das in der Beliebtheitsskala auf Platz 3 liegt, leben rund 128.000 Deutsche. Spanien ist beliebt bei den Deutschen wegen der Sonne, den vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten und wegen des Lebensstils der dort lebenden Menschen. Gemäß einer Yougov Umfrage von Anfang 2025 sind es zumeist solche im Alter von 35 bis 54 Jahren - also Menschen, die mitten im Berufsleben stehen - welche ins europäische Ausland ziehen.


( Stand 2023)
Auf der einen Seite sucht Deutschland händeringend Fachkräfte wie beispielsweise Lkw-Fahrer, Pflegepersonal für Heime und Krankenhäuser, Kitapersonal oder IT-Experten/innen, doch auf der anderen Seite gibt es auch hochqualifizierte Fachkräfte, die auswandern wollen und Deutschland den Rücken kehren.

Die Auswanderungsrate bezogen auf die in Deutschland wohnende Bevölkerung ist mit 5,1 Prozent höher als bei vielen anderen Industrienationen mit Ausnahme von Polen. Hier liegt die Rate etwa bei 10 %.

Zum Vergleich: Bei US-Amerikanern liegt die Auswanderungsrate gerade mal bei 0,7 Prozent und bei Japanern bei 0,6 Prozent.

Wer interessiert sich für ein Leben in einem anderen Land?

- Zum einen Berufstätige, die für eine bestimmte Zeit in einem anderen Land arbeiten möchten und von Unternehmen ins Ausland entsendet werden. Es sind oft auswanderungs-freudige Personen, die in der Auto- und Chemieindustrie sowie im Maschinenbau beschäftigt sind und um die 25 bis
40 Jahre alt sind. Viele bleiben etwa zwei bis drei Jahre im Ausland. Die Erfahrung zeigt, dass Beschäftigte, die etwa zehn Jahre und länger im Ausland waren, sich nur schwer reintegrieren lassen.
- Zum anderen oft politisch motivierte Personen. Einige sind frustriert, deutschlandmüde und fühlen sich durch den deutschen Staat und die Regierung gegängelt. Vom Auswandern erhoffen sie sich irgendwo anders selbstbe-stimmter leben zu können als es beispielsweise in Pandemiezeiten der Fall war. Auch der Ukrainekrieg scheint Unzufriedenheit und Zukunftsängste zu schüren.
- Ruheständler, die ihre letzten Lebensjahre in einem wärmeren angenehmeren Klima verbringen möchten und eine andere Lebensart bevorzugen. Manche stören sich an den politischen Gegebenheiten Deutschlands. Andere wiederum glauben, dass sie mit ihrer Rente bzw. Pension in einem Land mit niedrigeren Lebensunterhaltskosten ein besseres Leben führen können wie hierzulande.

Viele scheint es nach Thailand zu ziehen.

Eine langjährige Studie des Bundesinstitut für Bevölkerungs-forschung (BiB) hat gezeigt, dass es 58 Prozent von ihnen aus beruflichen Gründen ins Ausland zieht. Bei etwa knapp 30 Prozent sollen berufliche Gründe des Partners oder der Partnerin eine Rolle spielen. Auswanderer sind den Daten des Instituts zufolge zumeist zwischen 20 und 39 Jahre alt. Hochqualifizierte Fachkräfte scheinen sich hierzulande nicht wohl zu fühlen.

Besonders Österreich und die Schweiz sind bei Auswanderern beliebt. Auf Platz drei folgen die USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten wie man oft sagt. Doch während Abkommen die Arbeitsmigration in EU-Ländern vereinfacht, sind die Hürden, in Amerika zu arbeiten, bekanntermaßen sehr hoch. Auch Kanada ist bei Auswanderern sehr beliebt, doch nicht jeder passt in eine der Einwanderungskategorien, veröffentlicht auf der Seite der Einwanderungsbehörde.

Manche zieht es aber auch wieder nach Deutschland zurück. Gründe hierfür sind beispielsweise ein nicht verlängertes Visum, pflegebedürftige Eltern oder Angehörige, die in Deutschland geblieben sind, der Verlust des Arbeitsplatzes im Ausland oder aber die eigene Erkrankung.

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