Konjunkturdaten in Deutschland
Inflationsängste und die Gefahr einer Rezession


Rezessionsängste in Deutschland

September 2022

Das ifo-Institut hat seine Konjunkturprognose für dieses und das kommende Jahr drastisch gesenkt. Die Zahl der Unternehmenspleiten wächst und wächst. Das Münchner ifo-Institut erwartet für dieses Jahr nur noch ein Wirtschafts-wachstum von 1,6 Prozent. Für das kommende Jahr erwartet das Institut sogar ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent. Die hohen Inflationsraten (10 % im Sept. 2022 gegenüber Vorjahresmonat) lassen die realen Einkommen der privaten Haushalte sowie deren Ersparnisse dahinschmelzen.
Die Folge ist eine deutlich reduzierte Kaufkrauft. Auch die Konsumlaune ist am Boden. Für das laufende Jahr rechnet das ifo Institut mit einer Inflationsrate von 8,1 Prozent. Glaubt man der Prognose so wird die Teuerungsrate von Waren und Dienstleistungen im kommenden Jahr sogar auf 9,3 Prozent steigen. Das ifo-Institut erwartet den Höhepunkt der Inflation im ersten Quartal 2023 mit etwa elf Prozent.

Im Euro- Raum war die Inflationsrate zuletzt auf ein Rekordniveau von 9,1 Prozent geklettert. Von der EZB werden in den kommenden Monaten weitere Leitzinserhöhungen erwartet, denn die EZB strebt eigentlich auf lange Sicht Teuerungsraten von zwei Prozent an. Mit weiteren Zinsschritten hofft EZB-Chefin Christine Lagarde die Inflation in den Griff zu bekommen. So wird von Experten erwartet, dass sie die Leitzinsen schrittweise von aktuell 1,25 auf 4,0 Prozent heraufsetzt. Das allerdings birgt die Gefahr, dass die Wirtschaft und insbesondere der Bau mit einer solchen Maßnahme abgewürgt wird.

Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland im August um 6 Prozent gegenüber Juli angestiegen. Das Institut für Wirtschafts-forschung Halle (IWH) rechnet für den Herbst mit einer zunehmenden Zahl an Unternehmenspleiten. Als Gründe für die gestiegene Zahl an Insolvenzen werden unter anderem genannt:

- gestiegene Energiepreise im Zuge des Ukraine Krieges und der vom Westen verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Russland
- Unterbrechungen der internationalen Lieferketten
- die Verteuerung vieler importierter Vorleistungsgüter

Auch die Mindestlohnanhebung ab Oktober sowie die gestiegenen Refinanzierungskosten für Unternehmen im Zuge der Zinsschritte der EZB erschweren es Firmen, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.


August 2022

In Deutschland ist eine kräftig gestiegene Sparneigung zu erkennen. Die Sorgenfalten bei den Verbrauchern scheinen groß. Schon jetzt zeichnet sich ein deutlicher Verlust an realer Kaufkraft ab. Auch die globale Konjunktur scheint sich offenbar abzukühlen. Deutschland hat mit gleich mehreren Problemen
zu kämpfen:

- Die Inflation ist rasant am steigen. 2-stellige Inflationsraten könnten im Herbst schon bald Realität werden. Ende August laufen zudem der Tankrabatt und das 9-Euro-Ticket aus,
was der Teuerungsrate zusätzlichen Schub gegen dürfte. Unternehmen leiden unter rasant steigenden Kosten eben weil sich Rohstoffe, Verpackungen, Vorerzeugnisse oder Energie eklatant verteuert haben. Sollten die Preise weiter in die Höhe schnellen, so ist eine erodierende Kaufkraft zu befürchten.
- Der Gaspreis ist in die Höhe geschnellt. Im Schnitt dürfte sich die Strom- und Gasversorung um mehr als 1000 Euro im Jahr verteuern. Allein die regulären Gaspreiserhöhungen werden die Inflationsrate um 0,4 Prozentpunkte steigen lassen. Die von der Bundesregierung geplante Gasumlage wird Haushalte mit einem Durchschnittsverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zwischen 300 und 1000 Euro extra pro Jahr kosten. Dies dürfte die Inflation Experten zufolge noch einmal um 0,6 bis 2,0 Prozentpunkte in die Höhe treiben.
- Die Materialengpässe sind aufgrund der andauernden Corona-Maßnahmenpolitik insbesondere in Asien und der Wirtschaftssanktionen infolge des Ukraine Krieges immens. Einer aktuellen Umfrage des Münchner ifo Instituts zufolge klagen drei von vier Unternehmen über einen Mangel an Material und Vorprodukten. Im Juni lagen die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte um 32,7 Prozent über ihrem Vorjahresniveau .
- Die Notenbank hat bereits signalisiert, die Leitzinsen demnächst weiter anheben zu wollen.

Von einem Post-Corona-Boom ist nichts zu spüren. Im Gegenteil Experten rechnen mit langanhaltenden und tiefen Rezession.

Zwar haben Pensionen, Campingplätze und Hotels im Mai und Juni diesen Jahres mit 48,9 Millionen Übernachtungen fast ebenso viele Übernachtungen wie in den Sommermonaten 2019 verzeichnet, als man noch nicht von Corona sprach, doch es ist absehbar, dass sich auch diese bislang erfreuliche Entwicklung eintrübt.

Volkswirte der Deutschen Bank befürchten, dass Deutschlands Wirtschaft nach einer Stagnation im zweiten Quartal 2022 im dritten Quartal in eine Rezession schlittern wird.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung ebenso wie die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung kommen zu dem Ergebnis, dass der Ukraine Krieg mit all seinen Konsequen-zen die deutsche Wirtschaft bis zum Jahr 2030 mehr als 260 Milliarden Euro an Wertschöpfung kosten könnte.

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