Krieg in der Ukraine (Juni 2025)
Erbitterte Kämpfe trotz Bemühungen um eine Waffenruhe
Eine Chronologie der Ereignisse von den Anfängen bis jetzt ...


19.06.2025
Berichten zufolge bringen die Ukrainer im Donbass dür den Fall eines eiligen Rückzugs Sprengladungen an Brücken an. Sie sollen gesprengt werden, bevor die Russen nachrücken könnten. Doch russische Drohnen attackieren die Brücken von ukrainischer Seite ungewollt schon jetzt. Die Taktik, dem Gegner die Versorgung abzuschneiden, ist nicht neu und hat sich schon oft bewährt.

So versuchen die russischen Truppen immer wieder, die Brücken hinter den Ukrainern zu zerstören, um ukrainische Einheiten an der Frontlinie vom Nachschub abzuschneiden. Das Gelände dort im Süden ist von Flussläufen und Gewässern durchsetzt. Solange sich die ukrainischen Truppen noch jenseits der Flüsse befinden und diese Flüsse auch ständig überqueren müssen, beispielsweise mit Gerät, Munition, Lebensmitteln, aber auch mit Verwundeten, die von der Front abtransportiert werden, solange sind die Brücken über die Flüsse für die Logistik der Ukrainer sehr wichtig.

Längst ist das Gefechtsfeld gläsern, da es mittels Drohnen bis in den letzten Winkel aufgeklärt wird. Russische Truppen greifen ukrainisches Territorium immer wieder entlang der gesamten Front zwischen Sumy im Norden und Saporischschja im Süden an und versuchen dabei Kessel zu bilden. Von Slowjansk runter bis Pokrowsk, gleicht die Front immer mehr einer Wellenlinie, wobei die Wellenberge durch Vorstöße der Russen entstehen. So sind Torezk und Pokrowsk derzeit zwei von Einkesselung bedrohte Städte. Ziel der russischen Einheiten ist es wohl, den Ukrainern in diesen Kesseln die Logistik abzuschneiden und sie dann einzudrücken.

Bauteile von Drohnen werden immer häufiger in das gegnerische Land hineingeschmuggelt, zusammengebaut und dann aus dem gegnerischen Territorium heraus eingesetzt.

Mit Blick auf die Qualität glasfasergesteuerter Drohnen soll die russische Armee nach Ansicht von Markus Reisner, einem Oberst des Generalstabs im Österreichischen Bundesheer und dem Leiter des Institutes für Offiziersgrundausbildung an der Theresianischen Militärakademie der ukrainischen überlegen sein.

Laut einer Analyse des "Wall Street Journal" hat die russische Armee im Mai so viel Gebiet in Besitz genommen, wie in keinem anderen Monat seit dem Einmarsch der Russen im Februar 2022. Analysen zufolge nehmen die Russen teilweise an einem Tag 15 bis 20 Quadratkilometer ein. Auch ist wohl festzustellen, dass die Verlustzahlen für Streitkräfte und auch für schweres Gerät bei den russischen Truppen zurückgehen.

Gemäß einer militärischen Faustformel, so heißt es in Militärkreisen, benötigt der Angreifer auf "normalem" Ge-
lände Mensch und Material im Verhältnis 3 zu 1. Glaubt
man den Thinktanks im Internet so liegen die Russen
knapp darunter, was schlecht für die Ukraine ist bzw.
wäre. Schließlich bräuchten die Ukrainer ein deutlich
höheres Verhältnis von mindestens 4:1, besser 6 zu 1,
um einen wirklich massiven Abnutzungseffekt auf russi-
scher Seite zu erreichen. Auf diesem Niveau ist die russi-
sche Armee wohl in der Lage, noch einige Jahre durchzuhalten.


10.06.2025
Massive russische Luftangriffe haben zu Explosionen im Stadtgebiet Odessa geführt. Laut ukrainischen Angaben wurden dabei eine Entbindungsstation und eine Notaufnahme getroffen. Auch Kiew erlebte Berichten zufolge einen der massivsten Angriffe seit Kriegsausbruch.


08.06.2025
Erneute Angriffe auf Charkiw und Cherson
Russland hat bislang einen hohen Blutzoll zahlen müssen und seine Kriegsziele wohl weitestgehend verfehlt. Russlands Armee konnte auf dem Schlachtfeld bislang auch nicht nennenswert vorrücken. Russlands Territorialgewinne seit Anfang 2024 sind gering. Zugleich hat die russische Armee enorme Mengen an Ausrüstung verloren.

An der Donezk-Front sind die russischen Truppen seit
Anfang 2024 durchschnittlich nur 135 Meter pro Tag vorangekommen. In Gebieten wie Charkiw rückten sie im Durchschnitt sogar nur 50 Meter pro Tag vor.
Insgesamt eroberte Russland seit Anfang 2024 nur 5000 Quadratkilometer, deutlich weniger als ein Prozent des ukrainischen Territoriums. Laut einer Studie, die Verteidigungsexperten des US-Center for Strategic and International Studies (CSIS) erarbeitet haben, hat Russland bislang wohl 250.000 russische Soldaten in dem Krieg verloren. Etwa 700.000 russische Soldaten sollen verwundet worden sein. Die in der in der Ukraine getöteten und verwundeten Soldaten sind sicherlich nicht die Kinder der Eliten von Moskau und St. Petersburg, sondern stammen vielmehr aus dem hohen Norden, dem Fernen Osten und aus Gefängnissen Russlands, weswegen diese für Russland wohl entbehrlicher sind. So besteht für Russlands Präsident Putin weniger die Gefahr, dass die Gefallenen zum innenpolitischen Problem werden könnten.

Gemäß derselben Studie hat die Ukraine wohl 60.000 bis 100.000 gefallene Soldaten zu beklagen. 300.000 bis 340.000 ukraische Soldaten wurden der Studie nach verwundet.


07.06.2025
Erneute Angriffe auf Charkiw und Cherson
Die ukrainische Luftwaffe meldete am heutigen Sonntag den größten russischen Drohnenangriff seit Kriegsbeginn. Insgesamt soll Moskau 472 Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt haben. Bei Angriffen auf Charkiw und Cherson kamen ukrainischen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen gewaltsam ums Leben. Charkiws Bürgermeister sprach vom heftigsten Angriff seit Kriegsbeginn.

In Charkiw sollen drei Menschen getötet und 22 weitere verletzt worden sein, wie der dortige Bürgermeister Ihor Terechow mitteilte. 18 Wohnblöcke und 13 Privathäuser wurden den Angaben zufolge beschädigt. Auch in den Regionen Odessa, Donezk und Dniprotetrowsk soll es ukrainischen Angaben zufolge russische Drohnen- und Raketenangriffe gegen haben.

Moskau sprach von einer Reaktion auf die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Militärstützpunkte.

Bei der vom ukrainischen Geheimdienst SBU koordinierten Aktion "Spinnennetz" am 1. Juni waren russische Kampfflugzeuge vom Typ "Tupolew Tu-95" und "Tu-22" sowie spezielle Frühwarnflugzeuge vom Typ "Berijew A-50" zerstört worden. Ukrainischen Angaben zufolge waren die Angriffe mehr als anderthalb Jahre vorbereitet worden. Die Angriffe hatten sich unter anderem gegen die russische Militärbasis in Belaja in Ostsibirien sowie gegen die Luftwaffen-Stützpunkte in Djagilewo, Iwanowo und in Olenia in der Region Murmansk in der russischen Arktis gerichtet. Während letztere Stützpunkte rund 1.900 Kilometer von der Ukraine entfernt liegen, befindet sich die russische Militärbasis in Belaja in Ostsibirien sogar rund 4.200 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt in der Region Irkutsk.


21.05.2025
Große Differenzen im Umgang mit Russland zwischen den USA und den europäischen Staaten
Auch Monate nach Beginn der US-geführten Verhandlungen mit dem Ziel eines Waffenstillstandes zwischen den beiden Kriegsparteien gibt es in der Ukraine noch keinen Frieden. Auch ein offenbar geführtes Telefongespräch zwischen den Präsidenten der USA und Russlands blieb am Montag ohne konkretes Ergebnis. Während die Ukraine sowie zahlreiche europäische Staaten weitere Sanktionen gegen Russland befürworten, fordert Trump die Ukraine auf, einen Deal mit Russland einzugehen.


22.04.2025
Explosionen in russischem Waffendepot nahe Moskau
In einem großen Waffendepot in der Region Wladimir östlich von Moskau ist es offenbar zu einem Zwischenfall gekommen. Der Brand ist Berichten zufolge durch Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften beim Umgang mit explosivem Material ausgelöst worden und nicht durch einen ukranischen Drohnenangriff. Eine Kommission soll die genaue Brandursache in Barsowo klären. Bei dem Zwischenfall sind wohl große Mengen an Artilleriemunition detoniert.


15.04.2025
Ukranischer Drohnenangriff auf die Stadt Kursk
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff wurde offenbar ein mehrstöckiges Wohnhaus in Kursk beschädigt. Mehrere Wohnungen brannten aus. Die Bewohner des beschädigten Wohnhauses mussten evakuiert werden. Nach Angabe lokaler Behörden wurde mindestens ein Mensch getötet und mehrere weitere verletzt. Russland warf der Ukraine auch vor trotz eines mit den USA verhandleten Moratoriums Angriffe auf russische Energieanlagen vorgenommen zu haben.

Zwei Tage zuvor hatte ein russischer Raketenangriff in der nordostukrainischen Stadt Sumy über 30 Zivilisten getötet.
Ziel des Angriffs soll eine Ordensverleihung im Stadtzentrum gewesen sein. Nach dem verheerenden russischen Raketen-angriff auf das Stadtzentrum von Sumy war Kritik an dem dortigen Militärgouverneur, Wolodymyr Artjuch, laut geworden. Wenig später wurde dieser entlassen. Der 66-Jährige hatte das Amt des Gouverneurs knapp zwei Jahre lang inne.


13.04.2025
Massive russische Luftangriffe auf die Stadt Sumy
Die ukrainische Stadt Sumy wurde offenbar das Ziel russischer Luftangriffe. Die Rede ist von mehr als 30 Toten und mehr als 100 Verletzten. Laut dem geschäftsführenden Bürgermeister Artem Kobsar schlugen zwei ballistische Raketen im Zentrum der Stadt ein. Die USA kritisierten den Angriff scharf. Auch aus der EU gab es viel Kritik an den Luftschlägen.


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Linkverweise:
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