Krieg in der Ukraine (November 2025)
Erbitterte Kämpfe trotz Bemühungen um eine Waffenruhe
Eine Chronologie der Ereignisse von den Anfängen bis jetzt ...


> Wirtschaftliche Kennzahlen zur Ukraine
    Interessenkonflikt zwischen der USA/EU und Russland

24.11.2025
US-amerikanische und ukrainische Unterhändler haben nach intensiven Verhandlungen in Genf einen verbesserten Entwurf zur Beendigung des Krieges erarbeitet. Am Sonntag hatten Unterhändler Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, der EU, der Ukraine und der Vereinigten Staaten über den 28 Punkte umfassenden Friedensplan der US-Seite beraten. Führende EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich hatten zentrale Bestandteile des ursprünglichen 28-Punkte-Plans für inakzeptabel gehalten und Nachbesserungen gefordert. Ursprünglich hatte Trump der Ukraine nur bis Donnerstag den 27.11., dem US-Feiertag Thanksgiving - Zeit für eine Antwort auf den Friedensplan eingeräumt.

Auch am heutigen Dienstag wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und andere europäische Staats- und Regierungschef am Rande eines EU-Afrika-Gipfels in Angolaüber den Umgang mit dem Friedensplan beraten.

Die Ukraine soll mit dem überarbeiteten Plan einer Mitteilung des Weißen Hauses zufolge zufrieden sein.


Der überarbeitete Friedensplan
Der jetzt überarbeitete Friedensplan sieht eine deutliche Abschwächung zahlreicher Kernpunkte zugunsten der Ukraine vor. Gemäß dem überarbeiteten Plan soll die Ukraine keine Gebiete mehr an Russland abgeben müssen, die sie bislang noch selbst kontrolliert. Auch ist keine de facto Anerkennung der von Russland eingenommen Gebiete mehr vorgesehen. Die Größe der ukrainischen Streitkräfte soll zudem nur auf 800.000 reduziert werden (statt 600.000 Soldaten wie im ursprünglichen US Friedensplan). Eingefrorenes russisches Staatsvermögen soll nur dann freigeben werden, wenn Russland Ausgleichszahlungen an die Ukraine für die Kriegsschäden leistet. Ein Nato-Beitritt der Ukraine soll auch nicht mehr explizit ausgeschlossen werden.

Gemäß dem überarbeiteten Plan soll auch keine allgemeine Amnestie für Kriegsverbrechen gewährt werden. Auch wird die ursprünglich im US Plan genannte Frist für Wahlen in der Ukraine innerhalb von 100 Tagen im Entwurf der Europäer ebenfalls nicht mehr genannt. Stadtdessen, so heißt es Medienberichten zufolge, sollen Parlamentswahlen nur noch so "schnell wie möglich" organisiert werden.


Unterdessen herrschte in mehreren Regionen der Ukraine in der Nacht wieder Luftalarm. In der ostukrainische Stadt Charkiw sollen nach örtlichen Behördenangaben mindestens vier Menschen bei nächtlichen Drohnenangriffen getötet worden sein. 15 weitere Personen sollen zudem verletzt worden sein.

20.11.2025
Die Ukraine steht wegen eines zwischen der US-Führung mit Moskau im Geheimen ausgehandelten Friedensplans unter Druck. Der Friedensplan sieht unter anderem vor, dass die Ukraine die umkämpften Gebiete Donezk und Luhansk vollständig räumt und die eigene Armee halbiert. Die südliche Frontlinie durch die Gebiete Saporischschja und Cherson soll weitgehend so bestehen bleiben. Der Vertag sieht auch eine Begrenzungen der Reichweite ihrer Waffen vor.

Auch verlangt Russland selbst die Teile von Donezk und Luhansk zu bekommen, die es bislang nicht erobern konnte. Dem Plan nach sollen diese Gebiete demilitarisiert werden. Zudem fordert Russland, dass Russisch als Staatssprache anerkannt und die frühere moskautreue orthodoxe Kirche wieder zugelassen wird. Die Kiewer Frührung sieht dies jedoch sehr kritisch. Der Friedensplan sah auch vor, dass die Nato einen Verzicht auf jegliche Erweiterung erklärt. Russland musste dagegen nur geringe Zugeständnisse machen und unter anderem auf in der EU eingefrorenes Staatsvermögen verzichten. Dieses sollte unter anderem zum Wiederaufbau der Ukraine genutzt werden Von Kritikern wird der Friedens-plan als extrem vorteilhaft für Russland und nahezu als Kapitulation für die Ukraine bewertet.

Die Ukraine scheint in einer schwierigen Lage. Zum einen erschüttern immer wieder Korruptionsskandale das Land von innen. Erst kürzlich mussten zwei Minister zurücktreten. Zum anderen läuft es an der Front ebenfalls nicht gut für die Ukraine. Der Fall der seit langem umkämpften und strategisch so wichtigen Stadt Pokrowsk nur noch eine Frage der Zeit. Auch weiter südlich hat die ukrainische Armee Stellungen räumen müssen.

In Brüssel sind unterdessen die EU-Außenminister zu Beratungen zusammengekommen, um über neue Sanktionen gegen Russland zu besprechen. Es geht unter anderem um neue Maßnahmen gegen die sogenannte russische Schattenflotte zur Umgehung von Energiesanktionen.

In der westukrainischen Stadt Ternopil gab es in der Nacht auf Mittwoch derweil einen schweren russischen Luftangriff auf einen neunstöckigen Wohnblock. In diesem sollen 26 Leichen aufgefunden worden sein. Es soll zudem 93 Verletzte geben. Ein Marschflugkörper vom Typ Ch-101 soll das Gebäude getroffen haben.


16.11.2025
In Schützengräben in der Ukraine breitet sich offenbar der Gasbrand rapide aus. Eigentlich galt die Krankheit seit den Weltkriegen in Europa als ausgerottet. Die Krankheit zerstört Muskelgewebe rapide; die Sterberate liegt bei nahezu 100 Prozent, sofern eine ordnungsgemäße Behandlung in einem Krankenhaus nicht gewährleistet werden kann. Bei Gasbrand muss das infizierte Gewebe möglichst rasch entfernt werden. Zugleich müssen hohe Dosen Antibiotika intravenös verabreicht werden.

Doch wie kommt es zu der Erkrankung? Geschosse wie Kugeln oder Granatsplitter verursachen oft tiefe Wunden mit viel abgestorbenem Gewebe, in dem die Bakterien leichtes Spiel haben. Zudem ist die Wundversorgung in Kriegszeiten oft einfach gehalten. So verbleiben verletzte Soldaten oft lange in sogenannten Stabilisierungsstellen. Dies sind medizinische Einrichtungen an der Front. Da es angesichts
der Drohnengefahr oft lange dauert bis Verwundete eva-
kuiert und behandelt werden können, vergeht wichtige Zeit. Somancher überlebt das Warten wohl nicht.




07.11.2025
Die Stadt Pokrowsk im westlichen Teil der Oblast Donezk befindet sich seit nunmehr zwei Jahren unter permanentem Beschuss durch Artillerie, Drohnen und Gleitbomben. Vor dem Krieg lebten hier rund 70.000 Menschen, die Mehrheit davon war russischsprachig. Die einstige Industriestadt war geprägt von Kohlebergbau, Baustoffproduktion und Maschinenbau. Schon bald könnte sie von russischen Truppen eingenommen werden, denn im Raum Pokrowsk ist eine gewaltige Übermacht russischer Truppen konzentriert.

12.000 Verteidiger versuchen derzeit noch die Stadt zu halten, doch wie lange dies noch gelingt ist fraglich. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj operieren mittlerweile etwa 170.000 russische Soldaten in der Gegend von Pokrowsk. Etwa 200 Infanteristen sollen bereits in die Stadt vorgedrungen sein. Pokrowsk liegt an einer entscheidenden Nachschublinie zwischen Myrnohrad und den westlichen Frontabschnitten. Ein russischer Durchbruch gefährdet Militärexperten zufolge die Verbindung zu Kramatorsk und Slowjansk, den letzten großen ukrainischen Verteidigungszentren im Donbass.

Nach Angaben des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU sollen allein im Oktober mehr als 1.500 russische Soldaten getötet sowie 20 Panzer, 62 Schützenpanzer und mehr als 500 Fahrzeuge zerstört worden sein.


04.11.2025
Nach Daten des US-Instituts für Kriegsstudien hat die russische Armee im Monat Oktober Geländegewinne von etwa 461 Quadratkilometer gemacht. Damit setzt sich der Trend der letzten Monate fort.

weitere Informationen (Ukraine Krieg Oktober 2025)>>


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Linkverweise:
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